Kaliningrad, das frühere Königsberg*, ist die Stadt Kants, wo die Aufklärung in Europa ihren Ausgang fand und wo die grundlegenden Gedanken und Ideen geprägt wurden, die letztlich nach verheerenden Kriegen des vergangenen Jahrhunderts zur Einigung Europas führten. Dieser Prozess ist bis heute noch nicht abgeschlossen.
So erscheint bei rationaler Betrachtung der Gedanke folgerichtig, dass diese alte und zugleich junge Stadt durch ihre Geschichte und Lage berufen ist, die Verbindung zwischen Deutschland und Russland auf kultureller, wirtschaftlicher und handwerklicher Ebene zu vertiefen.

Im Jahr 2010 begann die Knobelsdorff- Schule, mit einer Delegationsreise Kontakte zu berufsbildenden Schulen in Kaliningrad anzubahnen.
Schulleiter Herr Klaus Giesert, Frau Prof. Gudrun Schmidt- Kärner und Herr Harald Sterzenbach (Fachleiter Physik- Regenerative Energie komm.) während der Delegationsreise vor dem inzwischen wieder hergestellten Dom in Kaliningrad
Folgende Schwerpunkte und Ziele verfolgt dabei die Knobelsdorff- Schule:
Wenn Sie mehr über die Vorgeschichte des Austauschprojektes zwischen der Knobelsdorff- Schule wissen möchten. Klicken Sie hier.
Wenn Sie mehr über die aktuellen Austauschprojekte wissen wollen.
Klicken Sie hier.
*Die Stadt Königsberg wurde 1255 durch den Deutschen Orden gegründet. Von 1525- 1618 war sie Sitz der preußischen Herzöge. Seit 1701 durch die Krönung von Kurfürst Friedrich zum preußischen König Friedrich I wurde sie Krönungsstadt der preußischen Könige. Von 1805- 1945 war Königsberg Hauptstadt der preußischen Provinz Ostpreußen. Während des Zweiten Weltkrieges verlor die Innenstadt von Königsberg durch englische und amerikanische Luftangriffe den Großteil ihrer historischen Bausubstanz. Dabei wurden unter anderem der Dom (13. Jahrhundert) und das Ordensschloss schwer beschädigt. Als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges fiel die Stadt an die Sowjetunion. 1946 wurde die Stadt nach dem Staatsoberhaupt der Sowjetunion Michail Kalinin (1875- 1946) in Kaliningrad umbenannt.
1991 mit der Unabhängigkeit Litauens wurde die Stadt und das Gebiet eine russische Exklave. Seit dem Zerfall der Sowjetunion und der Unabhängigkeit von Weißrussland ist das Kaliningrader Gebiet mehr als 1000 km vom Mutterland entfernt.
Kaliningrad ist inzwischen eine moderne, weltoffene russische Stadt geworden, deren Bürger sich des historischen Erbes dieser Stadt bewusst sind. So wurden viele historische Gebäude in den letzten Jahren wieder hergestellt oder Plätze neu gestaltet.
Kaliningrad eignet sich, durch seine Lage, Geschichte und sein Vermächtnis zu einem Scharnier des Austausches zwischen Europa und Russland zu werden. Die Stadt könnte sich, wenn die politische Willensbildung reif geworden ist, zu einer modernen europäischen russischen Stadt der Jugend, der Bildung und Wissenschaft, des Handels und des guten Einvernehmens zwischen der Europäischen Union und Russland entwickeln.
Der bedeutendste Philosoph der Neuzeit, Immanuel Kant (1724- 1805), lebte, studierte und lehrte zeitlebens in Königsberg. Mit seinem Hauptwerk „Kritik der reinen Vernunft“, „Kritik der praktischen Vernunft“ und „Kritik der Urteilskraft“ legte er die Grundlage unseres heutigen rationalen Wissenschafts- und Wertebildes. In seiner kleinen Schrift „Zum ewigen Frieden“ findet man bereits die Grundideen, die erst viel später durch die Gründung des Völkerbundes, der Vereinten Nationen der Europäischen Union (EU) ihren Ausdruck fanden. Kants Grabstelle befindet sich neben dem Dom in Kaliningrad und wird von der Bevölkerung liebevoll gepflegt.