Seminare für Auszubildende an der Knobelsdorff-Schule Berlin-Spandau.

Anschlussbetterie Fort Hahneberg
Magazinkasemetten Fort Hahneberg
Kasernenflanke Fort Hahneberg
Stibadium der Villa Liegnitz
Crystall- und Muschelgrotte
Zwei Profile kennzeichnen unsere Schule:
- Die Anwendung und Nutzung regenerativer Energien
- Die Bauwerkerhaltung und Denkmalpflege
Bauwerkerhaltung und Denkmalpflege
Seit 1996 als „Schule in erweiterter Verantwortung“ haben wir in Abänderung der Stundentafel für Schüler der Berufsfachschule für Bauhandwerker die einjährige Schwerpunktmaßnahme Bauwerkerhaltung und Denkmalpflege (Urheber: StDir. a.D. Bernardo Künkel) eingerichtet.
Für Berufsschüler im dualen System bieten wir den fakultativen Profilkurs
HaDeBau - Handwerker in der Bauwerkerhaltung und Denkmalpflege
(Leitung: StDir. Wolfgang Kaleß) an, der ebenfalls einjährig, jedoch nach Feierabend stattfindet.
Parallel dazu beteiligen wir uns im Rahmen von BauBel mit unserem Profilkurs HaDeBau am EU-Programm Leonardo da Vinci:
Im Partnerland Belgien finden jährlich mehrwöchentliche Mobilitätsmaßnahmen statt, wobei Restaurierungsarbeiten und Aufnahmetätigkeiten an denkmalgeschützten Objekten geschehen.
Im Jahr 2003 wurde der Ausbildungsgang Technischer Assistent für Denkmalschutz (DTA) mit Doppelqualifikation eingerichtet.
Nach einer dreijährigen Ausbildung erhalten die Absolventen einen staatlichen Abschluss (Staatlich geprüfte/r Assistent/in für Denkmalschutz) und die Fachhochschulreife.
Unser Schulprofil wird sichtbar und erkennbar an diversen denkmalpflegerischen und künstlerischen Arbeiten, die von unseren Auszubildenden und Schülern an konkreten Bauprojekten geleistet werden, die oft überregionale Beachtung finden, wie z.B.
sowie diverse lokale Sanierungsprojekte im Raum Berlin-Brandenburg.
Dauerhaft eingebunden durch Baumaßnahmen unserer Produktionsschule für Bauhandwerker sind wir in die Sanierungstätigkeiten zweier bedeutender Berliner Denkmalensemble, die quasi - teilweise seit Jahrzehnten - als unsere "Hausbaustellen" gelten:
Beide Objekte werden durch das Kunstamt Spandau und seine Leiterin, Frau Andrea Theissen, betreut, die ihrerseits seit vielen Jahren als Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung (DGF) agiert.
Dieser langjährigen Verbindung einer Bildungsinstitution und Produktionsschule mit den heterogenen Sanierungsfällen fortifikatorischer Großformen kommt in Deutschland - auch im europäischen Kontext - ein besonderer Stellenwert zu,
der bereits mehrfach internationale Würdigungen erfuhr - wie jüngst im Juni 2005 auf der Internationalen Fachtagung zur Nutzung und Erhaltung historischer Fortifikationen in Magdeburg.
Um unser Schulprofil auch öffentlich wirksam werden zu lassen, beteiligen wir uns u.a. am jährlichen „Tag des offenen Denkmals" und an der Leipziger Messe denkmal.
Die Knobelsdorff-Schule ist mit ihren Bauaufnahmetätigkeiten seit 2002 Teilnehmer der Aktion denkmal aktiv der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter der Schirmherrschaft der deutschen UNESCO-Kommission.
weiterführende Links:
Profilkurs HaDeBau
Denkmaltechnischer Assistent - DTA
Denkmal aktiv
Die Schüler sollen einen Einblick in das methodische Vorgehen der Denkmalpflege erhalten, wobei der gesamte Aufnahmeprozess - Aufmaß, Schadenskartierung, Dokumentation und Präsentation - am realen Objekt durchgeführt wird.
Die Ergebnisse dieser Aufnahmen stehen unseren jeweiligen Partnern zur Verfügung und werden auf Konferenzen, Ausstellungen und Messen präsentiert sowie online bearbeitet.
Der innovative Aspekt der Maßnahmen besteht somit gleichermaßen in der didaktischen Komponente - die Sensibilisierung von Jugendlichen bereits in der Erstausbildung für alle Belange der Baudenkmalpflege - wie im konkreten Ziel, Bauvorlagen für die Sanierungsplanung zu erstellen.
Insbesondere Fort Hahneberg - unser langjähriges Aufmaßobjekt - stellt für die fachpraktische Ausbildung der Knobelsdorff-Schule als Produktionsschule einen erstklassigen Rahmen dar und profitiert seinerseits von den Erfassungstätigkeiten und Sanierungsplanungen.
Unsere Maßnahmen besitzen derzeits im deutschen Denkmalraum ausgesprochenen Modellcharakter und haben bereits internationale Beachtung gefunden, die sich in diversen Preisen und Auszeichnung niederschlägt.
I. Block: Bauaufmaß
Im ersten Arbeitsblock werden verschiedene Aufmaßmodi in einer sinnvollen Chronologie vermittelt.
Neben konkreten Techniken galt das Augenmerk dabei einem zielorientierten Vorgehen, d.h. die Verwendung einer dem Dokumentationszweck angemessener Genauigkeitsstufe.
Vier wichtigste Techniken sind zu unterscheiden:
1. Survey = Ortsbegehung:
Erster visueller Überblick über die wichtigsten Innen- und Außenbauteile und ihre Einbettung in das topographische Umfeld. Ohne Maßstab.
2. Schrittskizze:
Graphische Aufnahme auf Karo-Papier, Abschätzung nach Schritten (1 „Schritt“ = 2 Kästchen bzw. 1 cm) zur Planung weiterer Aufmaßtätigkeiten (z.B.: Standorte von Geräten). Ohne Maßstab (annähernd: 1:100).
3. Handaufmaß:
Graphische Aufnahme mit einfachen Handmeßgeräten und/oder analogen Meßinstrumenten. Üblicher Aufnahmemodus für die Sanierungsvorplanung (auf konkrete Baumaßnahmen ausgerichtet).
Verwendung von Zollstock und Bandmaß. Alle Maßstäbe.
4. Ingenieurstechnisches Aufmaß:
Einsatz digitaler Meßinstrumente und teils aufwendiger Nachbearbeitungen (Rechengänge, CAD-Umzeichnung). Objektlagenbestimmung im überregionalen Kataster und/oder für verformungsgetreues Aufmaß. Alle Maßstäbe.
II. Block: Bauuntersuchung und Schadenskartierung
Im zweiten Arbeitsblock werden verschiedene Bauuntersuchungen durchgeführt.
Neben der sogenannten „Bauforschung“ („aus Sichtbarem Unsichtbares entschlüsseln“) steht dabei die Schadenskartierung im Vordergrund. Dabei werden alle Schäden durch Farbfelder und/oder Schraffuren in die zuvor erstellten Aufmaßpläne eingezeichnet.
Es können somit nicht nur den fachlichen Partnern wichtige Informationen für zukünftige Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden; vielmehr soll jeder Auszubildende durch die Fokussierung auf das Detail „ein Blick für das Wesentliche gewinnen“, um im weiteren Werdegang auch selbstständig entsprechende Tätigkeiten wahrnehmen zu können.
III. Block: Dokumentation und Präsentation
Die Ergebnisse unserer Bauaufnahmen werden von den Auszubildenden im Klassenzimmer aufbereitet. Dabei werden die Schülern nicht nur in graphischen Handwerkstechniken, Methoden der Dokumentation und im Layout-Design geschult; sie können vielmehr in Eigenverantwortung ein angemessenes Konzept für die weitere Präsentation entwickeln, welches sowohl konventionell durch Tafeln als auch digital durch Veröffentlichung im Internet überzeugen soll.
Unsere Aufmaßprojekte werden durch die Aktion denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission unterstützt.
Detaillierte Informationen zu den Projekten finden Sie hier.