Wärmedämmung von Altbauten

Stimmt es eigentlich,  dass eine Verdopplung der Dämmschicht zu einer Verdopplung der Energieeinsparung führt?

In Deutschland werden annähernd 60% des fossilen Energiebedarfs zur  Gebäudeheizung verwendet. Keine Frage, dieser hohe Verbrauch an Energie ist viel zu hoch.

Vorweg, Wärme ist übrigens wie das Licht eine Energieform, die sich nicht wie Flüssigkeiten, konservieren lässt.

Deutschland besitzt einen hohen Bestand von Altbauten, die zum Teil noch in einer Zeit gebaut wurden, in der nicht jedes Zimmer im Winter beheizt wurde. Deshalb steckt in der energetischen Sanierung von Altbauten ein riesiges Einsparpotential an fossilen Energieträgern.

Heute werden Altbauten überwiegend mit Wärmeverbundsystemen auf der Kunststoffbasis (Styropor) saniert, wobei vielfach nach der Sanierung  massive Bauschäden durch Feuchtschäden entstehen.

Der folgende Beitrag möchte aufzeigen:

  1. Dass der Glaube, doppelte Dämmschicht gleich doppelte Dämmwirkung energetisch nicht richtig ist.
  2. In der Altbausanierung mit relativ dünnen Wärmedämmputzen ein großes Energieeinsparpotential steckt, ohne dass die Bausubstanz  durch die Sanierung Schaden erleiden wird.

Das Einpacken von schönen Gründerzeitfassaden mit dicken Wärmedämmplatten aus Polystyrol verunstaltet zunehmend die Ästhetik unserer Städte. Ist das nötig?

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Mit relativ dünnen Wärmedämmputzen zwischen 5-15 cm Schichtdicke können die vom Gesetzgeber geforderten U-Werte im Altbau (U = 0,24 W/ m2K) nicht eingehalten werden. Das müssten sie auch nicht, weil die vom Gesetzgeber  vorgegebenen Grenzwerte der U- Werte für die Altbausanierung zu hoch sind und nur  mit Dämmstoffen wie Polystyrol  und Mineralwolle zu verwirklichen sind, die bereits bei der Herstellung enorm viel Energie binden. Trotzdem würde eine gezielte Anwendung von Wärmedämmputzen in der Altbausanierung gesamtgesellschaftlich zu einem gewaltigen Energieeinsparpotential führen.

Wärmedämmputze auf mineralischer Basis sind feuerfest und können den Energieverbrauch von Häusern bei relativ kleinen Putzstärken halbieren, wie hier zu zeigen sein wird.  Übrigens geht ein großer Anteil des Energieverlustes beim Altbau auch durch unbedachtes Nutzerverhalten der Bewohner „verloren“. Die Diskussion darüber, ob ein Haus winddicht gebaut werden muss, erledigt sich bei Altbauten ohnehin durch seine Massivbauweise. Massive Wände sind von Natur aus winddicht.

Harald Sterzenbach 2011

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Sonntag, 09. 12. 2018